Die magische Blaue Stunde

Der Begriff Blaue Stunde bezieht sich auf die Zeitspanne innerhalb der abendlichen oder morgendlichen Dämmerung während der sich die Sonne so weit unterhalb des Horizonts befindet, dass das blaue Lichtspektrum am Himmel noch bzw. schon dominiert und die Dunkelheit der Nacht noch nicht eingetroffen bzw. schon vorbei ist. Die Blaue Stunde ist also ein Phänomen in der Morgen- und Abenddämmerung. In dieser „sehr knappen Stunde“, je nach geographischer Lage, ist sie unterschiedlich lang, vor Sonnenaufgang bzw. nach Sonnenuntergang, färbt sich der Himmel ins tiefe Blau, die Umgebung ist aber noch von dem Restlicht erhellt. So kann man beeindruckende atmosphärische Bilder machen, wenn sich Tag und Nacht begegnen. Während der Blauen Stunde besitzt der tiefblaue Himmel etwa dieselbe Helligkeit, wie das künstliche Licht von Gebäude- und Straßenbeleuchtungen, weshalb die Blaue Stunde in der Fotografie eine besondere Bedeutung hat.

 

Doch wie kommt diese magische Färbung des Lichtes zustande?

„Das Himmelsblau während des Tages wird durch die Rayleigh-Streuung verursacht, aufgrund derer mehr Licht kürzerer Wellenlänge – also blaues Licht – gestreut wird. Wenn allerdings das Sonnenlicht im Verlauf der Dämmerung immer schräger einfällt und einen längeren Weg durch die Erdatmosphäre nimmt, ist immer mehr Licht bereits herausgestreut, bevor es den Himmel über dem Ort der Dämmerung erreichen kann. Da dies insbesondere für das blaue Licht gilt, würde das dazu führen, dass der Himmel im Zenit nach Sonnenuntergang eher gelblich oder grünlich wäre. Mit dem schrägen Lichteinfall hat das Licht aber auch einen längeren Weg durch die Ozonschicht in 15 bis 30 Kilometer Höhe, weshalb die Chappuis-Absorption zum Tragen kommt, die sich während des Tages nicht bemerkbar macht, da sie deutlich schwächer als die Rayleigh-Streuung ist.“ So kann man es in Wikipedia nachlesen.

 

Die Rayleigh-Streuung [ˈreɪlɪ-], benannt nach John William Strutt, 3. Baron Rayleigh, bezeichnet die (hauptsächlich) elastische Streuung elektromagnetischer Wellen an Teilchen, deren Durchmesser klein im Vergleich zur Wellenlänge λ {\displaystyle \lambda } \lambda ist, also etwa bei der Streuung von Licht an kleinen Molekülen. (Quelle bei Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Rayleigh-Streuung).

 

Für den Zeitraum der Blauen Stunde, gibt es verschiedene Apps. Ich nutze verschiedene. So zum Beispiel „PhotoPills“, „Blaue Stunde“, „LunoSolCal“ und es gibt noch andere mehr.

Dieses beeindruckende Phänomen dauert in Wirklichkeit hier in unseren Breitengraden weniger als eine Stunde. Meist zwischen 30-40 Minuten. Je nördlicher man kommt umso länger geht sie. So kann sie dort auch länger als eine Stunde gehen. Die Helligkeit und Länge hängt mit der geographischen Position zum Äquator und der Streuung des Sonnenlichtes ab. Diese besondere Stimmung der Dämmerung kann am Pol selbst zwei Wochen dauern!

 

Ich selber fotografiere sehr gerne in diesem Zeitraum der sog. Blauen Stunde. Und habe nun in der Winterzeit wieder einmal damit gespielt. Für mich war ausschlaggebend, der für mich richtige Zeitpunkt. Und anhand einzelner Bilder kann man durchaus auch das mystische dieser Blauen Stunde vielleicht miterleben.

 

Die Einstellungen zu diesem Bild waren folgende:

Metadaten: ISO 100, 40mm, f/11, 20 Sekunden.

Zeit: 7:36/1. Januar 2021.

 

Blaue Stunde angegeben mit der App LunaSolCal:

Beginn Blaue Stunde: 7:40h

Sonnenaufgang  8:15.

Für mich ist es nun spannend gewesen, da ich an diesem Ort an zwei Tagen war und dies zu unterschiedlichen Zeiten. So war ich auch am folgenden Tag dort aber schon einiges später. Es ist sicherlich immer noch eine schöne Stimmung. Aber für mich viel dieses mystische komplett weg und ich war fast enttäuscht.

So macht für mich auch der Satz Sinn: "Zur richtigen Zeit am richtigen Ort".

 

 

Die Einstellungen zu diesem Bild waren folgende:

Metadaten: ISO 50, 36, f/10, 30Sekunden.

Zeit: 7:50/2. Januar 2021.

 

Blaue Stunde angegeben mit der App LunaSolCal:

Beginn Blaue Stunde: 7:40h

Sonnenaufgang  8:15.

Nun, dies waren jetzt Bilder am frühen Morgen. Das entsprechende ist natürlich auch am Abend. Und so machte ich mich denn auch hier wieder auf den Weg und suchte mir einen Abendspot. Diesesmal mit Blick auf das Dorf hinunter.

Hier sind die Metadaten wie folgt:

ISO 100, 20mm, f/8, 30 Sekunden.

Zeit: 17:49/23. Januar 2021.

 

Blaue Stunde angegeben mit der App LunaSolCal:

Sonnenuntergang  17:17

Beginn Blaue Stunde: 17:50

Hier sind die Metadaten wie folgt:

ISO 100, 20mm, f/8, 30 Sekunden.

Zeit: 18:00/17. Januar 2021.

 

Blaue Stunde angegeben mit der App LunaSolCal:

Sonnenuntergang  17:42

Beginn Blaue Stunde: 17:08

Bei dem Vergleich dieser beiden Bilder sieht man nun sehr schön, was ausmacht, wieviel Restlicht einserseits noch von der Umgebung kommt, und anderseits, wie das Licht vom Dorf her sich verstärkt je dunkler es wird. Und wie auch nach der Blauen Stunde immer wie weniger Restlicht aus der Umgebung kommt.

 

Natürlich ist das kein wissenschaftlicher Vergleich, wie auch, aber das Spiel mit dem Licht und zu vergleichen, wann welche Stimmung mir am besten gefällt, fand ich sehr spannend. Und dieses Spiel mit dem Licht, wann es für einen mystisch, kann jeder selber ausprobieren. Ich selber habe auf jedenfall meine Lieblingszeit gefunden. Und ihr? Habt ihr auch eine Lieblingszeit? Schreibt doch wenn ihr mögt eure Erlebnisse in die Kommentare.

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